Glück Auf zur Mettenschicht im Pferdegöpel Johanngeorgenstadt
45 Mitglieder und Freunde der Senioren-Union Erzgebirge feierten ihre traditionelle Mettenschicht in diesem Jahr im historischen Pferdegöpel Johanngeorgenstadt.
Mitglieder des Fördervereins und unser Vorsitzender Landrat a. D. Frank Vogel begrüßten uns stimmungsvoll mit Glühwein und Bergbrot. Das Innere des Bauwerks beeindruckte beim Betreten mit der von hiesigen Handwerkern geschaffenen monumentalen Holzbalkenkonstruktion und dem von den Altvorderen überlieferten Fördermechanismus. Ein warmes Licht verlieh dem Raum dabei eine einzigartige Stimmung.
Herr Friedrich erläuterte die Jahrhunderte währende schwere Arbeit der Bergleute in Johanngeorgenstadt, die Wirkungsweise und die einstige Bedeutung des Pferdegöpels für die Förderung des Erzes. Ein Höhepunkt dabei war zweifellos, dass zwei Pferde dieses technische Denkmal in Bewegung setzten. Dadurch wurde die beeindruckende Mechanik der Anlage besonders anschaulich in Szene gesetzt. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, alles aus nächster Nähe zu betrachten und ihre Fragen zu stellen.
Die Schauvorführung endete mit dem gemeinsamen Singen des „Steigerliedes“ – ein Moment, der viele berührte und die Verbundenheit mit der Bergbautradition unserer Heimat noch einmal deutlich spürbar machte.

Nach wenigen Schritten begaben wir uns dann ins Huthaus. Wir stellten dabei einmütig und augenzwinkernd fest, dass uns Erzgebirgern doch der Schnee etwas fehlt. Auch hier in der 780 m hoch gelegenen Bergstadt wehten frühlingshafte Temperaturen herüber von der Grenze zu Tschechien.
Der kleine Vereinssaal im Huthaus forderte uns förmlich dazu auf, an der liebevoll weihnachtlich geschmückten Kaffeetafel eng zusammenzurücken. Ein kurzer Film über den Bau des Pferdegöpels ließ das eben Gesehene noch einmal anschaulich werden.
Danach gab Vereinsvorsitzender Teller viel Wissenswertes zur Stadtgeschichte preis. Er begann in der Zeit des Altbergbaus, der Besiedlung durch Exulanten, einer dann prosperierenden Stadt wirtschaftlichen Aufschwungs bis hin zum unsäglichen Uranabbau nach 1945 durch die sowjetische Militäradministration, der ersten Abbaustätte von Uran in der Region überhaupt. Daraus resultierte u. a. der großflächige Abriss der Altstadt. Dieser schmerzliche Einschnitt mit einer völlig veränderten Stadtstruktur wirkt bis heute nach. Durch die erfolgte Bergbausanierung seitens der Wismut und den daraus resultierenden Stadtumbau wurde in den letzten Jahrzehnten bis heute versucht, der Stadt wieder ein lebens- und liebenswertes Gesicht zu geben. Heute leben knapp 3.600 Einwohner hier.
Landrat a. D. Frank Vogel verband die Wünsche für eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit mit einigen tiefergehenden Worten. Er nahm dabei mit aktuellem Bezug den eigentlichen Beginn des Kirchenjahres und die Bedeutung der christlichen Vorbereitungszeit auf die Ankunft und Geburt Jesus an Weihnachten in den Blick. Überdies steht Gesundheit, Zufriedenheit und vor allem ein Leben in Frieden ganz oben auf der Habenseite. Dass wir die Festtage hier im friedlichen Teil Europas begehen können, dafür sollten wir sehr dankbar sein, so Frank Vogel.
Nach alter Sitte ließen wir die Mettenschicht beim Zitherspiel, gemeinsamen Singen und bei humorvollen Erzählungen in erzgebirgischer Mundart gemütlich ausklingen.
Ein großer Dank gilt dem Förderverein Pferdegöpel e. V., insbesondere Herrn Friedrich und Vorstandsmitglied Klaus Lange mit seiner Frau Evi für die Gastfreundschaft bzw. Organisation vor Ort an diesem schönen vorweihnachtlichen Nachmittag. Die Anwesenden überreichten dem Verein eine kleine Spende für ihre Arbeit.
Weitere Informationen zum Verein unter www.pferdegoepel.de